ZEICHEN DER ZEIT

Der Psychopath - Teil 3:
Was ist ein Psychopath?

Quantum Future Group
Übersetzung vom 2008-12-08
cassiopaea.com

Wendy Koenigsmann schreibt:

Die Bezeichnungen Soziopath oder Psychopath erwecken oft Bilder von sadistischen, gewalttätigen Menschen wie Ted Bundy oder dem fiktiven Charakter des Dr. Hannibal „Der Kannibale“ Lecter aus dem Buch und Film Das Schweigen der Lämmer. Doch ich glaube, dass die einen Soziopath definierenden Charaktereigenschaften sogar ein viel breiteres Spektrum von Personen abdecken, als es sich die meisten von uns vorstellen können. Der Soziopath ist ein wahrlich egozentrisches Individuum, welches kein Gewissen und keine Gefühle für Andere hat, und für das soziale Regeln keine Bedeutung hat. Ich glaube, dass die meisten von uns soziopathische Individuen kennen oder mit ihnen in Kontakt stehen, ohne dass sie es überhaupt wissen.

Aus dem Artikel THE SOCIOPATH von Rebecca Horton, April 1999:

Psychopathen können nicht in Begriffen wie antisoziale Erziehung bzw. Entwicklung verstanden werden. Sie sind einfach moralisch verdorbene Individuen, welche die ‚Monster‘ unserer Gesellschaft repräsentieren. Sie sind unaufhaltbare und unbehandelbare Räuber deren Gewalt geplant, zielgerichtet und emotionslos ist. Die Gewalt bleibt vorhanden bis sie im Alter von 50 ein Plateau erreicht hat und schwächt sich danach ab.

Ihre Emotionslosigkeit reflektiert einen abgesonderten, furchtlosen und möglicherweise dissoziierten Zustand, der ein unterentwickeltes autonomes Nervensystem und ein Mangel an Furcht aufzeigt. Es ist schwierig zu sagen, was sie motiviert – wahrscheinlich Kontrolle und Dominanz – da ihre Lebensgeschichte normalerweise weder langfristige Bindungen mit Anderen, noch viel Sinnhafigkeit in ihren Überlegungen (außer die Planung von Gewalt) aufweist.

Sie tendieren mit Grandiosität, einen Hang zu Ansprüchen, einen unersättlichen Appetit und einer Tendenz zu Sadismus zu handeln. Furchtlosigkeit ist wahrscheinlich ihr Kerncharakteristikum. Man kann sie sich als Rennfahrzeuge mit schlechten Bremsen vorstellen.

Gewisse organische (Gehirn-) Störungen und hormonale Ungleichgewichte stellen den Geisteszustand eines Psychopathen dar.

Es gibt vier verschiedene Untertypen von Psychopathen. Die älteste Unterscheidung – zwischen den primären und sekundären – wurde von Cleckley im Jahre 1941 getroffen.

Primäre Psychopathen
reagieren nicht auf Bestrafung, Befürchtungen, Stress oder Missbilligung. Sie scheinen die meiste Zeit in der Lage zu sein, ihre antisozialen Impulse zu unterdrücken; nicht wegen dem Gewissen, sondern weil es ihrem Zweck gerade dienlich ist. Worte scheinen für sie nicht dieselbe Bedeutung zu haben, wie für uns. Tatsächlich ist es sogar unklar, ob sie die Bedeutung ihrer eigenen Worte verstehen können; das ist ein Zustand, den Cleckley semantische Aphasie nannte. Sie folgen keinem Lebensplan, und es scheint, als ob sie unfähig wären, wahre Emotionen zu fühlen.
Sekundäre Psychopathen
sind Risikonehmer, können aber sich aber auch Sorgen machen und anfällig für Schuldgefühle sein. Sie setzen sich Stress mehr als eine durchschnittliche Person aus, doch sind genauso anfällig für Stress.

Sie sind wagemutige, abenteuerlustige, unkonventionelle Leute, die früh in ihrem Leben begonnen haben, nach ihren eigenen Regeln zu spielen. Sie werden stark durch den Wunsch getrieben, Schmerzen zu entgehen oder zu vermeiden, doch sind sie nicht in der Lage, Versuchungen zu widerstehen. Im gleichen Maße wie ihre Aufregung gegenüber einem verbotenem Objekt zunimmt, so nimmt auch die Anziehung danach zu. Sie leben ein Leben der verlockenden Versuchung.

Beide, primärer sowie sekundärer Psychopath, können weiter wie folgt unterteilt werden:

Übelgelaunte Psychopathen
scheinen diejenigen zu sein, die leichter und öfter in Wut und Raserei geraten können, als andere Untertypen. Deren Raserei gleicht einem epileptischen Anfall. Es sind im allgemeinen Männer mit sehr starkem Sexualtrieb, zu erstaunlichen Eskapaden sexueller Energie fähig, und scheinen während eines Großteils ihres Lebens von den sexuellen Trieben besessen zu sein. Begehren nach Macht scheint sie zu charakterisieren, genauso wie Drogensucht, Kleptomanie, Pädophilie und jeglicher Schwarzhandel oder illegale Befriedigungen. Sie mögen das ‚Hoch‘ der Endorphine oder den Kitzel der Aufregung und des Risikos. Der Serien-Vergewaltiger/Mörder, bekannt unter dem Namen „Boston Strangler“, war ein solcher Psychopath.
Charismatische Psychopathen
sind charmante, attraktive Lügner. Sie sind üblicherweise begabt und gebrauchen die Begabung zu ihrem eigenen Vorteil, indem sie Andere manipulieren. Sie sind gewöhnlich schnelle Sprecher und besitzen eine fast dämonische Fähigkeit, Andere davon zu überzeugen, alles herzugeben was sie besitzen, sogar ihr eigenes Leben. Führer von religiösen Sekten oder Kulten könnten zum Beispiel Psychopathen sein, wenn sie ihre Anhänger in den Tod führen. Dieser Untertyp fängt oft an, seine Fiktionen selbst zu glauben. Sie sind unwiderstehlich.

Soziopathen haben schon immer in allen unterschiedlichen Formen und Schattierungen existiert. Sie sind unter unterschiedlichen Bezeichnungen bekannt, wurden mit diversen Techniken untersucht und all die Jahre wurde ihr Leiden verschiedenen Ursachen zugeschrieben. Doch eine Sache ändert sich nie: alle Soziopathen haben drei Charaktereigenschaften gemeinsam. Sie sind alle sehr egozentrische Individuen ohne Mitgefühl für Andere, und sie sind unfähig, Reue oder Schuld zu fühlen.

Gordon Banks schreibt:

Obwohl der Psychopath Vorlieben und Abneigungen, sowie eine Schwäche für Vergnügen hat, die das menschliche Zusammensein mit sich bringt, so zeigen die Analysen jedoch, dass er völlig egozentrisch ist, dass er Andere nur schätzt, um mit ihrer Hilfe sein eigenes Vergnügen oder seinen Status zu erweitern. Während er selbst keine wahre Liebe geben kann, so ist er durchaus fähig, inspirierende Liebe, die manchmal fanatische Ausmaße annehmen kann, in Anderen auszulösen.

Er ist im allgemeinen oberflächlich charmant und macht oft einen tiefgehenden Eindruck als ob er die nobelsten menschlichen Qualitäten besäße. Er kann leicht neue Freunde gewinnen, und ist sehr manipulierend; er verwendet dazu seine Geschicklichkeit im Umgang mit Worten, um sich aus Problemen herauszureden. Viele Psychopathen mögen es, bewundert zu werden und sonnen sich in den Schmeicheleien Anderer.

Mit dem Mangel an Liebe ist auch ein Mangel an Empathie vorhanden. Der Psychopath ist nicht in der Lage, in unglücklichen Situationen Mitgefühl mit Anderen zu haben, und kann sich nicht in die Position Anderer hineinversetzen, egal ob sie von ihm verletzt wurden oder nicht.

weiter zu Teil 4: Wie Psychopathen die Welt sehen…

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